
Artur Eichins Weg in die Politik ist kein spontaner Entschluss und kein Karriereschritt, sondern das Ergebnis einer langen persönlichen Entwicklung. Über viele Jahre hinweg haben Erfahrungen, Beobachtungen und Gespräche dazu geführt, dass aus Interesse Verantwortung wurde. Politik war für ihn lange kein selbstverständlicher Raum. Als Arbeiterkind mit Migrationsgeschichte erlebte er früh, dass politische Entscheidungen häufig von Menschen getroffen werden, deren Lebensrealitäten weit entfernt vom Alltag vieler Familien liegen.
Diese Distanz war prägend. Sie führte nicht zu Rückzug, sondern zu der Überzeugung, dass Demokratie nur dann glaubwürdig ist, wenn sie von Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen mitgestaltet wird. Politik darf nicht exklusiv sein. Sie muss offen sein für Erfahrungen aus Arbeit, Ausbildung, Familie und Migration.
„Politik braucht Stimmen aus allen Teilen der Gesellschaft, sonst bleibt sie unvollständig.“
Aufgewachsen ist Artur Eichin in einer Arbeiterfamilie im sozialistischen Polen. Entbehrung gehörte ebenso zum Alltag wie Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung. Die demokratische Transformation seines Herkunftslandes und der spätere Beitritt zur Europäischen Union haben sein politisches Denken nachhaltig geprägt. Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Mitbestimmung waren für ihn keine abstrakten Begriffe, sondern konkrete Erfahrungen eines gesellschaftlichen Wandels.
Was folgt aus dieser Biografie für politisches Handeln? Für Artur Eichin bedeutet sie vor allem eines: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie muss jeden Tag neu gelebt, geschützt und weiterentwickelt werden. Politische Verantwortung heißt für ihn, nicht wegzusehen, sondern sich einzumischen, wenn gesellschaftlicher Zusammenhalt unter Druck gerät.
„Freiheit ist kostbar, und sie muss jeden Tag verteidigt werden.“
Seine Motivation speist sich aus dem Anspruch, Politik näher an die Lebensrealität der Menschen zu bringen. Er ist überzeugt, dass politische Entscheidungen nur dann Vertrauen schaffen, wenn sie nachvollziehbar sind und im Alltag wirken. Ideologische Auseinandersetzungen ohne praktische Konsequenzen lehnt er ab. Entscheidend ist für ihn, ob Politik spürbare Verbesserungen bringt.
Wie sieht dieser Anspruch konkret aus? Artur Eichin steht für eine Politik, die soziale Gerechtigkeit, ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Vernunft zusammendenkt. Diese drei Bereiche sind für ihn keine Gegensätze, sondern Voraussetzung für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Wer soziale Sicherheit vernachlässigt, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer ökologische Verantwortung ignoriert, verspielt die Zukunft kommender Generationen. Wer wirtschaftliche Realität ausblendet, verliert die Menschen.
„Gute Politik erkennt den Alltag und verbessert ihn spürbar.“
Seine politische Heimat hat Artur Eichin bei Bündnis 90 Die Grünen gefunden, weil die Partei aus seiner Sicht genau diesen Dreiklang verfolgt. Freiheit, Menschenrechte und Klimaschutz sind für ihn keine abstrakten Leitbilder, sondern konkrete politische Aufgaben. Die Grünen stehen für ihn für eine Politik, die Verantwortung übernimmt und zugleich offen bleibt für unterschiedliche Lebenswege.
Dabei bringt Artur Eichin bewusst seine eigene Perspektive ein. Als Industriemeister kennt er betriebliche Abläufe, Verantwortung für Mitarbeitende und die Herausforderungen des wirtschaftlichen Wandels. Als Mensch mit Migrationsgeschichte weiß er, wie wichtig Teilhabe, Anerkennung und faire Chancen sind. Diese Erfahrungen prägen seine politische Haltung und seinen Anspruch, Politik nicht über Menschen hinweg zu machen.
Was ihn antreibt, ist der Wunsch, Brücken zu bauen. Zwischen Stadt und Land. Zwischen Wirtschaft und Klimaschutz. Zwischen unterschiedlichen Lebensrealitäten. Politik soll für Artur Eichin nicht spalten, sondern verbinden. Sie soll Orientierung geben in Zeiten des Wandels und Sicherheit bieten, ohne notwendige Veränderungen zu blockieren.
Seine Motivation lässt sich deshalb auf einen klaren Kern zurückführen: Verantwortung zu übernehmen für eine Gesellschaft, in der niemand das Gefühl haben muss, nicht dazuzugehören. Politik soll Chancen eröffnen, Teilhabe ermöglichen und Vertrauen schaffen.
„Politik muss zu jedem Leben passen, nicht umgekehrt.“
Interviewerin: Thuy Nga Trinh
Foto: Thuy Nga Trinh


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